Neuseeland Auswandern
Ueber mein Leben in Neuseeland
Andrea Kofoet
Der Traum von einem neuen Leben … ist harte Arbeit!
Mein Koffer war kiwigruen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich damit am Bahnhof in Papenburg stand. Meine Familie und alle meine Freunde waren da um Good-bye zu sagen. Und jeder, der an uns vorbei lief, starrte auf meinen gruenen Koffer! Ich war voller Hoffnung und konnte es kaum erwarten, endlich in den Zug zu steigen. Meine Reise ans andere Ende der Welt sollte nun endlich
beginnen!
Vier Monate sind seitdem vergangen. Und ich habe mich endgueltig entschieden: Ich moechte hier bleiben. In Christchurch und nirgendwo sonst! Aber so einfach ist das nicht. Ich brauche einen Job.
Und damit fangen die Probleme an. Die Jobsuche in Neuseeland gestaltet sich derzeit als sehr muehsam. Die Wirtschaftskrise ist natuerlich auch hier spuerbar und viele Menschen haben bereits ihren Job verloren. Unternehmen entlassen nach wie vor ihre Mitarbeiter, um wettbewerbsfaehig zu bleiben und zu ueberleben. Das macht es fuer Einwanderer wesentlich schwerer, ein fuer Immigration
New Zealand relevantes Jobangebot zu bekommen.
Hat man als Einwanderer momentan ueberhaupt eine Chance, ein passables Jobangebot zu bekommen? Mittlerweile enthaelt fast jede Stellenanzeige den Zusatz: Bewerber muessen ein gueltiges Arbeitsvisum bzw. die Aufenthaltsgenehmigung vorweisen koennen, ansonsten werden die
Bewerbungsunterlagen nicht mal gesichtet. Aber wie soll das gehen? Ohne Jobangebot gibt es nunmal keine Arbeitserlaubnis. Und ohne Arbeitserlaubnis gibt es kein Jobangebot. Angesichts der Krise fordert die Regierung verstaendlicherweise dazu auf, bei jeder Einstellung einem Resident den Vorrang zu geben. Und um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, wurde nun auch noch die sogenannte Skill Shortage List den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Viele Berufe, vor allem im Bau-, Druck- und Bootsbaugewerbe wurden ersatzlos gestrichen. Wer jetzt seine Arbeitserlaubnis fuer diese Branchen verlaengern will bzw. muss, der bekommt sie nicht. Weil eben der Job neuerdings nicht mehr auf dieser Liste steht.
Schwere Zeiten kommen also auf uns Auswanderungswillige zu. Da heisst es nur: Zaehne zusammenbeissen, viel Geduld und vor allem Geld mitbringen. Die Wirtschaft wird sich erholen.
Glaubt man den hiesigen Fachleuten, dann soll die Rezession bereits bis Ende des Jahres ueberstanden sein. Bis dahin kann man die Zeit effektiv nutzen und Kontakte zur hiesigen Branche knuepfen. Ein Netzwerk aufbauen und pflegen. Getreu dem Motto: Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der einen Job in dieser Branche zu vergeben hat. Fast 80% aller Jobangebote werden ueber Kontakte vermittelt und daher erst gar nicht veroeffentlicht! Sagen zumindest viele
Recruiter und Arbeitgeber mit denen ich bereits persoenlich sprechen konnte.
Daher glaube ich ganz fest daran, bald ein relevantes Jobangebot zu bekommen.
Keep in touch! Meine bisherigen Vorstellungsgespraeche verliefen gut und das Feedback war durchweg positiv. Auf ein konkretes Jobangebot warte ich allerdings noch. “Keep in touch“ - das ist der meistgehoerte Satz der letzten sechs Wochen. Und der wohl meistgehasste... Ich muss mich in Geduld ueben, denn eine
offene Stelle gibt es momentan nicht. Vielleicht in zwei Monaten. Vielleicht bis Ende des Jahres.
Vielleicht...
Das ist die wohl schwerste Lektion, die in meinem Traum so nicht vorgesehen war. Ins Flugzeug steigen und „Auf Wiedersehen“ zu sagen, war dagegen vergleichsweise einfach. Damit ist man aber noch laengst nicht ausgewandert. Erst hier vor Ort zeigt sich, ob man wirklich das Zeug dazu hat. Ob man die Nerven und Geduld hat, sich in schwierigen Zeiten durch zu kaempfen. Ich habe jetzt noch fuenf Monate vor mir, in denen ich mir selbst beweisen kann, ob ich das Zeug dazu habe. Wird mein Leben in Christchurch wahr oder bleibt das Ganze am Ende doch nur ein Traum?

Jobs in Neuseeland
